Ian Swarbrick
Er ist einzigartig! Soweit er weiss, gibt es im näheren Umkreis keinen seinesgleichen. Er hat herumgeschaut und hat keinen anderen 49-jährigen englischen Busfahrer von behinderten Kindern im Appenzellerland gefunden!
Warum bin ich in der Schweiz? Ganz einfach. Meine Schweizer Frau und ich waren uns einig: die Schweiz hat mir mehr anzubieten als England ihr.
Zuerst die Geschichte: Es geschah im Juli 2004 in meinem (seit 1997) Wohnort St Gallen. Ich hatte mit meinem Motorrad eine Kollision mit einem Auto. Kopfvoran stürzte ich mit einem Rucksack voller Kameras auf die Fahrbahn. Der vierte Halswirbel war gebrochen. Wegen dem Druck des gebrochenen Knochens auf dem Rückenmark, lag ich total gelähmt am Boden.
Kombinierte Hilfe aus Polizei, Ambulanz und Rega machten es möglich, dass ich innert kürzester Zeit im Kantonspital St Gallen war. Nach etlichen Röntgenaufnahmen stellte der Arzt fest, dass ich meine Zehen wieder bewegen konnte.
Nach sieben Stunden hatte der Chirurg den gebrochenen Knochen stabilisiert, und somit den Druck auf die Wirbelsäule entfernt. Die Nerven waren wohl gequetscht und beschädigt, aber nicht zerschnitten. Nach der Operation konnte ich meine Beine wieder bewegen, aber die Arme blieben für Tage total bewegungslos.
Meine Haut war damals, und ist bis heute, taub und unbequem. Aber, Gott sei Dank, die Beweglichkeit kam zurück! Die gute und schnelle Genesung überraschte alle im Paraplegiker Zentrum in Nottwil, und liess fast ein Wunder vermuten. Trotz einer Metallplatte und sechs Schrauben zwischen Wirbelsäule und Luftröhre, freue ich mich wieder in meinen geliebten Alpen zu sein.
Mein Interesse an der Fotografie fing nicht mit der Faszination in der Technik selbst an. Es entwickelte sich mehr aus der Hingabe zur Natur, den Bergen und der Wildnis. Diese Hingabe vertiefte sich noch mehr als ich 1987 einen Trek zum Base Camp des K2 machte.
Am 2. höchsten Berg der Welt zu campen hat mich definitiv infisziert. Ich begab mich auf ein Rund-um-die-Welt Bergabenteuer, das 13 Monate dauerte. In späteren Reisen habe ich Expeditionen in den Greater Ranges unternommen – Masherbrum 2 in Pakistan, Pik Lenin in Kyrgistan, Mount McKinley in Alaska, Singu Chuli und Naya Kanga in Nepal, und schliesslich Mount Everests Nordflanke in 1993.
In England hatte ich eine Karriere im Baugutachter-Gewerbe verfolgt. Aber die Erlebnisse von 1987 zeigten mir, um es etwas metaphorisch zu sagen, die Farbe meines Fallschirms war anders als die der meisten.
Heute ist mein Hauptgewicht auf die Europäischen Alpen gerichtet. Glücklicherweise ist St Gallen zu meiner Heimat geworden. Nicht nur wegen der Berge, sondern weil hier auch meine Frau Adriana wohnt, die meine Obsession mit viel Geduld toleriert. Für mich ist St Gallen gut gelegen weil es genau auf halbem Wege zwischen den zwei Enden der Alpen liegt. Deswegen habe ich von fast jeder der 100 Subregionen der Alpen etwas fotografisch Interessantes nach Hause bringen können – siehe meine Homepage:
www.imagesfromthewild.ch


